Regionales Kulturzentrum Nord

"Alter Schlachthof"

Die Arbeiten am Regionalen Kulturzentrum Nord, auch im Volksmund bekannt als "Alter Schlachthof " , biegen in die Zielgerade ein.

 

Neben seinem funktionellen und optischen Gesichtspunkt geht es sich vor allem darum das Zentrum mit Leben zu füllen und dieses Haus zugänglich zu machen für jeden Bürger als Besucher oder als Kulturschaffendender.

 

Der Diensleistungsvertrag wurde per Ausschreiben durch eine gemischte Jury bestehend aus öffentlichen und privaten Endscheidungsträgern an die Kulturvereinigung Shudosnik Sunergia verliehen. Wir gratulieren dem Gewinner der öffentlichen Auschreibung und wünschen Ihm viel Glück bei der Belebung eines der zentralen Kulturstätten der kommenden Jahre im Norden der DG.

 

Unsere Glückwünche sind gleichzeitig begleitet von Fragen und Anregungen, welche hoffentlich offene Ohren bei Entscheidungsträgern und Verantwortlichen finden werden.

 

Hier unsere offizielle Stellungnahme:

 

Der Verwaltungsrat der TILIA ist bei den letzten Sitzungen mehrfach über die Prozedur des Auswahlverfahrens zur Bezeichnung eines Dienstleisters informiert worden.


Anlässlich der Bekanntgabe des Ergebnisses der Ausschreibung (fünf Kandidaten, von denen drei nicht zugelassen wurden, da die Kriterien nicht erfüllt wurden, um in die engere Wahl zu gelangen) hatten die CSP Vertreter bereits ihre Vorbehalte angemeldet. Unstrittig ist, dass das Ergebnis der Ausschreibung (lediglich die zwei wichtigsten Eupener kulturschaffenden Vereinigungen blieben Kandidaten) nicht glücklich ist. Vor allen Dingen die Tatsache, dass die beiden kulturschaffenden Vereinigungen sich als Gegenbewerber gegenüberstehen, kann nicht als eine glückliche Situation angesehen werden.


Unstrittig ist, dass höchstwahrscheinlich alle im Stadtrat vertretenen Parteien dieselben Bedenken haben, sie jedoch hieran nichts ändern können.


Durch die Einladung zur heutigen Verwaltungsratssitzung haben wir dann erfahren, dass ein Ergebnis zustande gekommen ist, haben die Übermittlung der Gesamtheit der Unterlagen bezüglich der Ausschreibung und der Vergabe des Dienstleistungsvertrages erhalten, sodass wir uns nach Übermittlung dieser Unterlagen ein Bild machen konnten.


Wir bedauern als Vertreter der Opposition im Stadtrat und in TILIA, nicht mehr in das Auswahlverfahren eingebunden worden zu sein und insbesondere bedauern wir, an den Anhörungen der Anbieter nicht haben teilnehmen zu können. Wir hätten es vorgezogen, zumindest als Beobachter an den Anhörungen und eventuellen Beratungen teilnehmen zu können, so wie dies im Stadtrat der Fall ist oder war beim Abhalten von Prüfungen für Verwaltungsbeamte beispielsweise, vor allen Dingen, weil wir hier im Verwaltungsrat mehrfach darum gebeten haben, informiert und eingebunden zu sein.


Dadurch wäre mehr Transparenz geschaffen worden.


Nichtsdestotrotz stellen wir fest, dass eine Jury, bestehend aus sicherlich kompetenten und unabhängigen Fachleuten, sich einstimmig für Chudoscnik Sunergia als besten Bewerber ausgesprochen hat.


Wir werden uns daher nicht gegen dieses Votum aussprechen, vor allen Dingen auch, um ein positives Zeichen zu setzen, uns konstruktiv an der Belebung des Kulturzentrums zu beteiligen und der Gewinnerin der Ausschreibung und zukünftigen Dienstleisterin unser Vertrauen auszusprechen.

 

Allerdings möchten wir folgende Bemerkungen und Vorschläge mit einfließen lassen:

 

 

1. Kooperation von Chudoscnik Sunergia und Kulturelles Komitee:

Beide Vereinigungen leisten einen wertvollen komplementären Beitrag zur kulturellen Belebung Eupens. Die Jury erkennt die „gute Verankerung auf lokaler Ebene“ des Kulturellen Komitees an. Es ist daher im Interesse der Stadt, einen konstruktiven Dialog zwischen den beiden Vereinigungen zu fördern und Konkurrenzdenken zu vermeiden. Wir fordern demzufolge, dass das Gemeindekollegium sich weiterhin für eine gute Kooperation der beiden Vereinigungen aktiv einsetzt.

 

 

2. Platz für die lokalen Kulturschaffenden sichern: 

In seinem Konzept weist Chudoscnik Sunergia darauf hin, dass es ein bedarfsorientiertes Angebot sicherstellen wird. Die Eupener Bevölkerung ist allerdings nicht nur Kulturkonsument. In vielen Vereinigungen unserer Stadt wird auch Kultur produziert. Auch diese lokalen Kulturschaffenden (und dies im breitetesten Sinne) müssen die Möglichkeit erhalten, Veranstaltungen im Schlachthof durchzuführen. Es ist daher darauf zu achten, dass ein effektiver Dialog zwischen Chudoscnik Sunergia und den lokalen Kulturschaffenden stattfindet.

 

3. Chudoscnik Sunergia/Kulturzentrum:

So wie der Präsident der Jury und die Präsidentin von TILIA erwähnen, muss klar und deutlich zwischen Chudoscnik Sunergia als Kulturorganisator einerseits und Verwalter des Kulturzentrums andererseits unterschieden werden. Das Kulturzentrum braucht eine eigene Identität. Der alte Schlachthof darf nicht das Kulturzentrum von Chudoscnik Sunergia, sondern das Kulturzentrum der gesamten Stadt und des gesamten Nordens der DG werden, ohne dabei die euregionale Ausrichtung aus dem Auge zu verlieren.

 

4. Die Schaffung eines Beirates:

Die oben angeführten Ziele können unserer Ansicht nach am besten erreicht werden, wenn die Schaffung eines Beirates erreicht und unterstützt wird.

Von der Errichtung eines solchen Beirates ist gestern bei der Kulturkommission auch schon gesprochen worden. In diesem Beirat sollen unserer Ansicht nach Fachleute von außerhalb vertreten sein, jedoch wurde auch der Wunsch geäußert, dass lokale Vertreter aus dem Eupener Kulturleben vertreten sind. Überlegenswert ist, ob ebenfalls Vertreter aus der Politik in diesem Beirat vertreten sein sollten. In jedem Fall regen wir an, dass das Für und Wider sowie die konkrete Besetzung und die konkrete Arbeitsweise dieses Beirats ausführlicher besprochen wird. Wenn dafür optiert wird, dass auch Vertreter aus Politik in diesem Beirat vertreten sind, schlagen wir vor und fordern wir, dass auch die Opposition im Eupener Stadtrat in diesem Beirat vertreten sein soll.

 

Rechtliche Bedenken:

Wir haben nach wie vor, wie schon mehrfach ausgedrückt, rechtliche Bedenken bezüglich der Benennung der V.o.G. Chudoscnik Sunergia als Dienstleister des regionalen Kulturzentrums Nord. Das Kulturdekret ist klar und deutlich und sieht vor, dass nicht gleichzeitig eine Vereinigung als Verwalter einer Infrastruktur und als Kulturschaffender bezuschusst werden kann. Uns ist natürlich bewusst und klar, dass die AGR TILIA alleinige Betreiberin des Kulturzentrums ist und die V.o.G. Chudoscnik Sunergia lediglich im Rahmen einer Dienstleistung für TILIA die Verwaltung des Kulturzentrums durchführt. Faktisch und rechtlich wird es jedoch immer wieder zu Überschneidungen und Missverständnissen kommen. 

 

 

Daher regen wir nochmals an, mit Chudoscnik Sunergia ein Gespräch zu führen, in dem von Chudoscnik Sunergia verlangt wird, eine klare Trennung zwischen beiden Funktionen vorzunehmen, indem auch rechtlich zwei verschiedenen Rechtspersonen geschaffen werden, damit es nicht zu Missverständnissen, Überschneidungen und Verwechslungen kommt.